Publizieren mal zeitgemäß

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Ich bin seit Jahren Anhänger der Open-Bewegung: Forschungsergebnisse insbesondere von aus öffentlich finanzierten Projekten und Einrichtungen müssen der Öffentlichkeit im Sinne der Open Definition zur Verfügung gestellt werden. Es kann nicht sein, dass der Steuerzahler mehrfach für solche Forschung bezahlen muss.

Je mehr die Verlage das Thema Open Access für sich entdecken, desto perversere Praktiken entstehen. Da werden Preprints mit dem Verweis auf die spätere offene Version nicht erlaubt, horende Kosten bei den Autoren erhoben und trotzdem die Subskriptionskosten nicht reduziert (und das, obwohl die Autoren sowieso schon die meiste Arbeit beim Publizieren leisten) …

Ich war bisher der Meinung, dass ich als Angehöriger einer wissenschaftlichen Bibliothek mit gutem Beispiel voran gehe, in dem ich meine Ergebnisse mindestens auf dem grünen Weg offen zur Verfügung stelle.
Leider stellt mir selbst die Publikationspraxis in der Bibliotheks- und Informationswissenschaft immer wieder ein Bein – und das, obwohl wir in unserer Branche immer als Prediger in Sachen Open Access auftreten …

Neben den Erfahrungen aus der Praxis stellte ich mir auch die Frage, ob diese Publikationspraxis eigentlich noch zeitgemäß ist. Diese Frage lässt sich sicherlich nicht verallgemeinernd beantworten.
Wir leben in einer Zeit, in der man quasi immer online ist, sich in sozialen Netzwerken bewegt und Fragestellungen in diesen Netzwerken oder bei Google, Bing und Co. versucht kooperativ und offen zu diskutieren. Immer häufiger sieht man, dass Forscherinnen und Forscher ihre Ergebnisse und Fragestellungen in Blogs dokumentieren und über die Kommentarfunktionen diskutieren. Gibt es eine bessere Art des Reviews?
In einer solchen Zeit scheint mir die klassische Publikationspraxis für aktuelle Forschungsergebnisse, gerade in einer relativ weichen Wissenschaft wie sie die Bibliotheks- und Informationswissenschaft ist, überholt zu sein.

Ich habe mich nun entschlossen, mit diesem Blog ebenfalls diesen Weg zu gehen. Der Vorteil liegt für mich vor allem darin, dass ich zeitlich unabhängig auch kleinere Ergebnisse meiner Arbeit (Themen meines Blogs) direkt der Öffentlichkeit zur Verfügung stellen und diskutieren kann. Das soll allerdings nicht heißen, dass es nicht auch noch „old school“ Publikationen von mir geben kann 😉

In diesem Sinne freue ich mich auf Feedback!