„Bibliotheken: Wir öffnen Welten“ — Eindrücke vom Bibliothekartag 2014 in Bremen

Vom 3. bis 6. Juni fand in Bremen der 103. Bibliothekartag unter dem Motto „Bibliotheken: Wir öffenen Welten“ statt. Auch in diesem Jahr waren die Gespräche am Rande äusserst interessant und inspirierend und übertrafen die Vorträge in Sachen Informationsgehalt doch teilweise erheblich. Doch es gab auch Highlights unter den Beiträgen …

Es war nur eine Frage der Zeit, bis die Forderung nach Openness die Sessions erreichte. Am deutlichsten formulierte es Felix Lohmeier von SLUB Dresden. Er plädierte in diesem Vortrag für eine Positionierung der „Bibliotheken als Wächter für den (dauerhaft) freien Zugang zum Wissen“. Auf die heutige Zeit angewendet erfordert dies – so Lohmeier weiter – „eine konsequente Ausrichtung des eigenen Handelns an den Prinzipien von Open Science und Open Data“. Dem kann man eigentlich nur uneingeschränkt zustimmen!

Stand in Sachen Openness
Adrian Pohl hat einen sehr guten Überblick über den aktuellen Stand vorgestellt. In „Bibliotheken: Wir öffnen Daten. Zum Stand der Entwicklung einer offenen Dateninfrastruktur“ stellte er dar, dass schon viel erreicht wurde, aber auch, dass noch viel geschehen muss.

Postiv fiel in Bremen auf, dass immer mehr IT-basierte Projekte dazu tendieren, die Systeme als offene Infrastrukturen zu denken und aufzubauen, wobei immer mehr offene Schnittstellen (z.B. das API der Deutschen Digitalen Bibliothek oder von lobid.org) und sogar Open Source Software (z.B. die neuen Entwicklungen rund um Qucosa an der SLUB Dresden, invenio und auch wieder lobid.org) angeboten werden.

Während am Rande des Bibliothekartags zwei neue OA-Zeitschriften für die Bibliotheks- und Informationswelt gegründet wurden („Informationspraxis – Die Open Access-Zeitschrift der Fachcommunity aus Bibliothek, Archiv und Informationswesen“1 und „o-bib. Das offene Bibliotheksjournal / herausgegeben vom VDB“2) wurde in den Sessions zu Open Access deutlich, dass in anderen Bereichen Open Access schon erwachsen wird. Ein Beispiel dafür stellte Dirk Pieper in seinen Ausführungen „Open-Access-Clearing-Stelle an der Universität Bielefeld. Ein Beitrag zur Verstetigung von Publikationsfonds“ vor.

Insgesamt hat sich die Reise wieder einmal gelohnt. Wir dürfen gespannt sein, ob das diesjährige Motto bis zum nächsten Treffen der Bibliothekarinnen und Bibliothekare – vom 26. bis 29. Mai 2015 in Nürnberg – wirklich gelebt wird.

  1. Webseite der „Informationspraxis“ []
  2. o-bib, Pressemitteilung []